Das Nachrichten-Archiv der GI
Informatikpersönlichkeiten - Alan Turing
In diesem Jahr wäre der Informatikpionier Alan Turing 100 Jahre alt geworden. Deshalb finden Sie im neuen Informatik Spektrum ein Turing-Poster. Dieses Poster ist der Beginn einer Serie, mit der wir interessante Persönlichkeiten aus der Informatik vorstellen möchten - plakativ, mit Bildern und nur wenigen Sätzen. Wir hoffen, dass diese Poster in Schulen, an Hochschulen und auch zuhause aufgehängt werden, dass sie ein „Hingucker“ sind und für das eine oder andere Aha-Erlebnis rund um Informatiker/innen sorgen.
Was wir mit dieser Kampagne bezwecken:
die "menschliche" Seite der oft abstrakten Wissenschaft zu zeigenVorbilder mit Identifizierungspotenzial bekannt(er) zu machenwichtige Leistungen der Informatik hervorzuheben und in einen geschichtlichen Zusammenhang zu bringendie vielen Facetten der Informatik aufzuzeigennebenbei auch Werbung für die GI zu betreiben.
Der Kult um Einstein, Hawking, Newton und Co. ist dem Image der Physik sehr zuträglich - da wird "wichtige Wissenschaft" von charismatischen Persönlichkeiten gemacht. Informatik wird hingegen "von irgendwelchen Menschen hinter vielen Computern" betrieben, so ein gängiges Vorurteil. Wenn aber Jugendliche von der fünften Klasse bis zum Abitur Plakate mit Persönlichkeiten aus der Informatik im Schulflur hängen sehen, weckt das nicht nur Neugier, sondern zeigt auch Leitbilder auf. Und wenn die Poster in den Hochschulen hängen, helfen sie dem einen oder anderen Studierenden, sich während der Durststrecken im Studium auf die ursprüngliche Begeisterung für das Fach zu besinnen.
Deshalb bitten wir Sie, dieses Poster an einer geeigneten Stelle anzubringen. Sollten Sie weitere Exemplare benötigen, schicken wir sie Ihnen gerne zu. Bitte melden Sie sich dazu per E-Mail unter Angabe der Stückzahl und der Versandadresse.
Wir freuen uns auch über Anregungen, wen Sie auf weiteren Postern gerne sehen würden. Ihre Vorschläge können Sie auf Facebook eintragen, begründen und diskutieren. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen! Wer nicht auf Facebook schreiben möchte, kann uns eine E-Mail mit dem Vorschlag und einer kurzen Begründung schicken. Natürlich haben wir die eine oder andere Person im Kopf, aber vielleicht fallen Ihnen ja noch ganz andere Namen ein. Auch Kommentare zu der Kampagne sind ausdrücklich erwünscht!
Bezieher/innen der LOG IN schicken wir das Poster auf Anfrage gerne zu. Zum Herunterladen finden Sie das Poster hier.
Für den GI-Arbeitskreis "Bild der Informatik"
Elisabeth Heinemann, Christof Leng, Detlef Lippert, Christine Regitz (Sprecherin), Wolfgang Thomas, Cornelia Winter
GI-Vizepräsident Liggesmeyer: "Die Informatik und die Anderen"
In der zehnten GI-Vorstandskolumne macht sich Vizepräsident Peter Liggesmeyer Gedanken darüber, wie die Anwendungsbereiche durch Informatik verändert werden, aber auch wie sie die Informatik verändern.
Schaut man einmal die vorausgegangenen Beiträge dieser Kolumne durch, so finden sich einige Aussagen zur Informatik, die häufiger auftreten:
Informatik und Computer sind „überall drin“Informatik ist schwierig, aber wichtig und faszinierend, und sie kann Brücken zwischen Disziplinen bauen.Informatiker sind keineswegs „picklige Nerds“, sondern intelligente, teamfähige, kommunikative Mitmenschen.Es gibt zu wenig Informatiker und es scheint nicht ganz einfach zu sein, das zu ändern, obwohl es sich dabei um eine sichere Investition in die eigene Zukunft handelt.
Dass Informatik heute „überall drin ist“, d.h., wichtig in vielen Lebens- und Anwendungsbereichen sowie in allen technischen Disziplinen ist, hat Konsequenzen für die Informatik selbst. Ein erheblicher Anteil der Wertschöpfung im Zusammenhang mit Informatik kommt nicht durch Informatikprodukte im engeren Sinne zustande, sondern durch oft eher „klassische“ Produkte und Dienstleistungen. Dies betrifft insbesondere den deutschsprachigen Raum, in dem z.B. der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilindustrie oder die Medizintechnik traditionell eine wichtige Rolle spielen. Moderne Autos, Produktionsanlagen oder medizinische Diagnosegeräte sind ohne Informatik nicht denkbar. Allerdings bedeutet das letztendlich, dass die Informatik die in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen existierenden Rahmenbedingungen beachten muss. Die Anwendungsbereiche werden durch Informatik verändert, aber auch sie verändern die Informatik!
Sicherheitskritische Anwendungen im Sinne von Safety – etwa bei Transportsystemen oder in der Medizintechnik – sind da ein geeignetes Beispiel. Oft ist in derartigen Bereichen eine „offizielle“ Zertifizierung der Systeme – im Sinne einer Zulassung – erforderlich. So ist z.B. für Schienenverkehrssysteme in Deutschland das Eisenbahnbundesamt in München zuständig. Sicherheitsnachweise müssen sich naturgemäß auch auf die Software erstrecken, die ihre Sicherheitskritikalität quasi aus der Umgebung erbt.
Es kommt eben darauf an, ob ein Softwareausgang einen Aktor ansteuert, von dem potenziell Gefährdungen ausgehen könnten, oder nicht. Eine Sicherheitsanalyse erfordert u.a. die Bestimmung der Restrisiken sowie eine Entscheidung über deren Akzeptanz. Eigentlich bräuchte man daher auch Kennwerte für jenen Teil der Risiken, die von Software verursacht werden. Das hat aber in der Informatik keine große Tradition: Bekannte Ansätze sind systematische (!) Tests einerseits und formale Beweistechniken andererseits. Beides hilft selbstverständlich bei der Beurteilung eines Systems, ersetzt aber keineswegs einen Sicherheitsnachweis. So ist bekannt, dass korrekte Software nicht a priori in der Lage ist, Sicherheit zu garantieren, während sichere Systeme glücklicherweise nicht zwingend korrekte Software voraussetzen. Software-Korrektheit ist für System-Sicherheit weder notwendig noch hinreichend – aber natürlich hilfreich.
Aus der zunehmenden Nutzung von Software in potenziell gefährlichen Anwendungsbereichen entsteht ganz offensichtlich ein Forschungsbedarf in der Informatik. Sicherheit ist selbstverständlich nur eines von vielen relevanten Themen. Eine umfassende Übersicht der Forschungsthemen für technische Anwendungen enthält übrigens die Nationale Roadmap Embedded Systems.
Die Informatik baut in der Tat Brücken zu und zwischen anderen Disziplinen, was voraussetzt, dass Informatiker genug von diesen anderen Disziplinen verstehen, um den Brückenbau gelingen zu lassen. Das macht die ohnehin schwierige Informatik noch einmal etwas komplizierter, aber auch interessanter. Die zentrale Stellung der Informatik in vielen Bereichen führt darüber hinaus dazu, dass bereits existierende, aber bisher eher getrennte Themen der Informatik zusammenwachsen. Bleiben wir bei dem bereits angeführten Beispiel Sicherheit: Die Integration von eingebetteten Systemen und Informationssystemen zu so genannten Cyber-Physical Systems erfordert die gemeinsame Betrachtung der Teilaspekte Security und Safety; zwei Eigenschaften, die in der Informatik bisher eher getrennt gehandhabt werden.
Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere Informatiker mit profunden Kenntnissen in „Nachbardisziplinen“ sehr gesucht sind und daher in diesen Bereichen besonders attraktive Karrierechancen existieren. Intelligenz, Teamfähigkeit und Kommunikationstalent sind unverzichtbare Eigenschaften eines Informatikers, der sich dort erfolgreich betätigen möchte. Der schmalspurige, unkommunikative „Nerd“ ist nicht wirklich gefragt und auch eher selten anzutreffen.
Wir stellen fest: Die Informatik ist eine faszinierende Disziplin mit praktisch unbegrenzten Anwendungsfeldern, die Brücken baut, thematisch immer wieder Neuland betritt und in der überwiegend sympathische, kommunikative, intelligente Menschen tätig sind, die über hervorragende Karrieremöglichkeiten verfügen.
Warum gibt es dann keinen enthusiastischen Ansturm junger Menschen auf Informatik-Studiengänge? Ich glaube, die Hauptursache ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung ein anderes, deutlich zurückhaltenderes Bild der Informatik hat als oben beschrieben. Wer ist schuld daran? Natürlich die Anderen; insbesondere die Medien, die Informatiker gern als seltsam gekleidete, blasse Jungs darstellen. Mädchen kommen in diesem Bild eher selten vor.
Ich glaube allerdings, dass wir auch selbst nicht ganz unschuldig sind. Man kann den Eindruck gewinnen, dass „die Informatik“ gewisse Schwierigkeiten hat, sich mit dem überwältigenden Erfolg in ihren zahlreichen Anwendungsbereichen anzufreunden. Das ist eigentlich seltsam, denn Informatik wird durch die vielen Anwendungsmöglichkeiten sowohl zur Alternative für jene, die technisch interessiert sind – also vielleicht eher den klassischen Ingenieurwissenschaften zugeneigt sind - als auch für Personen, die möglicherweise eine Tendenz zu einem BWL-Studium haben. Die Informatik muss daher viel stärker als bisher als zentrale „Zutat“ dieser Anwendungsbereiche dargestellt werden. Kaum ein Beruf ermöglicht Betätigungen in so vielen Bereichen wie der des Informatikers. Es ist eigentlich auch nicht einzusehen, warum der hohe Frauenanteil manch eines Anwendungsbereichs der Informatik nicht in der Informatik selbst zu erreichen sein sollte.
Die Trennung zwischen der Informatik und den anderen Disziplinen schwindet dahin. Nun ist es an der Zeit, sich über die Konsequenzen, die sich daraus für die Informatik ergeben, angemessen zu freuen und Sorge zu tragen, dass die Informatik davon profitiert.
Wir sind Informatik. Die Anderen aber immer häufiger ebenfalls. Und das ist gut so!
(Februar 2012)
Kolumne als PDF
Hannah Bast mit Google-Forschungspreis ausgezeichnet
Die Sprecherin der GI-Fachgruppe Algorithmen, Prof. Dr. Hannah Bast, ist mit dem Google-Forschungspreis ausgezeichnet worden.
Gemeinsam mit GI-Fellow Prof. Dr. Dorothea Wagner und Prof. Dr. Peter Sanders vom KIT in Karlsruhe forscht Bast an einer verbesserten Routenplanung im Internet "Next-Generation Route Planning".
Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg bei diesem Projekt. Die komplette Pressemeldung der Universität Freiburg finden Sie hier.
GI-VDE-Forum zur IT-Sicherheit auf der CeBIT
Einladung zum CeBIT-Forum von GI und VDE am
9. März 2012 ab 11:00 Uhr im CeBIT Convention Center in Saal 108
Das Thema IT-Sicherheit rückt zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit. Denn mit der globalen Vernetzung sowie dem Trend, jedes Objekt, jeden Prozess und jedes natürliche System mit digitaler Intelligenz zu ergänzen, wachsen auch die Bedrohungen durch technikimmanente Fehler und kriminelle Cyber-Attacken. IT-Sicherheit wird damit zu einer unabdingbaren Voraussetzung dafür, dass die Informationstechnik als wichtigster Wachstumsmotor und Innovationstreiber neue Potenziale für die Wirtschaft und Gesellschaft erschließt und effiziente Lösungen in den Bereichen Kommunikation, Mobilität, Energie und Gesundheit verfügbar macht.
Das Spektrum der Herausforderungen auf dem Gebiet der IT-Sicherheit reicht von Antispam-/Antiviruslösungen und Firewalls über Kryptographie, Authentifizierungslösungen und Datenrettung bis zur Netzwerk-, Cloud-, Cyber- und Mobile Security sowie den Themen Managed Security Services und Business Continuity. Darüber hinaus trägt die IT durch Anwendungen wie Videoüberwachung und Biometrische Systeme dazu bei, die Sicherheit im öffentlichen Bereich zu erhöhen. Über Zukunftsaufgaben, Lösungsansätze und innovative Anwendungen in der IT-Sicherheit informieren und diskutieren Experten aus Industrie und Wissenschaft auf dem VDE/GI-Forum.
Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr.-Ing. Ingo WolffVorsitzender der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG), Geschäftsführer IMST GmbH, Kamp-LintfortMinDir Martin SchallbruchIT-Direktor im Bundesministerium des Innern, BerlinDr. Bruno JacobfeuerbornGeschäftsführer Technik, Telekom Deutschland GmbH, Bonn, Mitglied des VDE-Präsidiums und des ITG-VorstandesDr. Kai GrassieCTO Giesecke & Devrient, München, Berater des ITG-VorstandesProf. Dr. Hannes FederrathUniversität Hamburg, Sprecher des Fachbereichs „Sicherheit - Schutz und Zuverlässigkeit“ der Gesellschaft für Informatik
Moderation:
Erich Zielinski Alcatel-Lucent Deutschland AG, Stuttgart
Einladung und Anmeldung gibt es hier zum Herunterladen.
Usability Challenge: Wettbewerb für Studierende
Bereits zum zweiten Mal wird der Usability Challenge-Wettbewerb von der Fachgruppe "Software- Ergonomie" des GI-Fachbereichs "Mensch-Computer-Interakation" ausgeschrieben. In diesem Wettbewerb sollen Studierende zeigen, dass sie Usability Methoden systematisch und zielgerichtet anwenden können.Thema: Prototyp für eine mobile Applikation, mit deren Hilfe im Alltag Energie gespart werden kann.Die besten Ergebnisse werden prämiert. Die Geld-Preise von dreimal 500€ werden auch in diesem Jahr von der Capgemini Deutschland GmbH gesponsort. Abgabetermin ist der 31. März 2012.Nähere Informationen zum Wettbewerb finden sich hier.
Zuse-Medaillenpreisträger Fritz-Rudolf Güntsch gestorben
Nur drei Monate nach der Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille für besondere Verdienste um die Informatik ist Fritz-Rudolf Güntsch gestorben. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner kleinen Tochter, die auf der INFORMATIK 2011 in Berlin stellvertretend für Fritz-Rudolf Güntsch die Konrad-Zuse-Medaille in Empfang genommen haben. Die GI trauert um einen großen Pionier.
Die GI trauert um Rüdiger Vorndran
Unser GI-Fellow und langjähriger Sprecher der GI/ACM Regionalgruppe München verstarb am 24.12. nach schwerer Krankheit. Seit der Gründung der Regionalgruppe im Jahr 1986 führte Rüdiger Vorndran die Organisation mit großem Engagement und Leidenschaft bis ins Jahr 2009, als er das Amt aus gesundheitlichen Gründen übergab. In dieser Zeit wuchs die Regionalgruppe München zur größten und aktivsten Regionalgruppen der GI heran.
Als die GI im Jahr 2002 das Fellowship einführte war Rüdiger Vorndran deshalb auch eine der ersten Persönlichkeiten, die diese Auszeichung zuteil wurde: "Rüdiger Vorndran prägt seit vielen Jahren die kontinuierliche und höchst erfolgreiche Arbeit der Regionalgruppe München. Als deren Sprecher trägt er in beispielhafter Weise dazu bei, das Wirken der GI auch regional bekannt zu machen und zu stärken.", heißt es in der Ernennungsurkunde.
Mit ihm verlieren wir nicht nur ein besonders verdientes Mitglied, sondern auch einen hurmorvollen Menschen, der nicht nur in der Region München viele Freunde gewonnen hat. Seiner Familie gilt unsere Anteilnahme.
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