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Aktuelle Meldungen

Montag, 19. Dezember 2011

Informatik - quo vadis?

In der neunten Vorstandskolumne machen sich der scheidende GI-Präsident Stefan Jähnichen und der zukünftige Präsident Oliver Günther Gedanken über die Zukunft der Informatik.

Der Titel dieser Glosse ist alt und langweilig! Viele haben sich unter dieser Überschrift schon an einer Vision für Informatik versucht, warum jetzt schon wieder? Nun, die Informatik erlebt derzeit einen enormen Wandel in ihrer Bedeutung und Ausrichtung. Der IT-Gipfel im Dezember 2011 hat die Branche als umsatzmäßig drittgrößte in unserem Land dargestellt, weiteres Steigerungspotential ist klar zu erkennen. Informatik ist "überall drin", und Informatikexpertise wird gebraucht wie nie zuvor. Dabei geht es nicht nur um Technik, Forschung und Entwicklung, sondern auch um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz unseres Fachs.

Die GI ist 42 Jahre jung und darf sich ohne Zweifel rühmen, viel zum Aufbau und zum Erfolg der deutschen, ja auch der europäischen Informatik beigetragen zu haben. Unsere GI ist finanziell gesund und hat mit ihrer fachlichen Struktur, den Fachbereichen, Fachgruppen, Regionalgruppen eine ausgezeichnete inhaltliche und geografische Basis, die die Informatik in all ihren Facetten kompetent vertreten und vorantreiben kann. Die wissenschaftliche Basis an den Hochschulen sorgt für die  weltweite Anerkennung der deutschen Informatik, fördert Innovation und Fortschritt und trägt damit direkt zum Wohlstand unseres Landes bei.

Aber kann und wird das so weiter gehen? Der Fokus von Informatik in unserer Gesellschaft und die Sicht auf die Informatik verschieben sich immer mehr in Richtung Anwendungen. Die neuen Themengebiete kommunizieren das durch das kleine e- (e-mobility, e-government, e-health) oder durch die fast schon inflationär genutzte Kennzeichnung neuer Technologien als "smart-technologies". Wir können uns darüber freuen, dass mit diesem Trend der Informatik der Stellenwert zugebilligt wird, den sie lange eingefordert hat und der ihrer Bedeutung für die Wertschöpfung einer Industrienation gerecht wird. Allerdings laufen wir Gefahr, dass bei dieser anwendungsorientierten Betrachtung der Stellenwert der Kernkompetenzen unserer Fachdisziplin schwindet.

Rechner als das Symbol der Präsenz von Informatik werden immer schneller, aber auch immer kleiner und sind in unserem Alltag kaum mehr als solche sichtbar. Die Software als Treiber dieser Rechner wird immer komplexer, ist aber von je her unsichtbar in den Mikro- oder Nanostrukturen der Rechner verborgen. Deutschland ist und war stark in den produzierenden Branchen, und die Informatik hat mit "embedded systems" entscheidend zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte beigetragen. Wer von unseren Mitbürgern ist sich schon klar darüber, dass die Sicherheit und der Komfort in unseren Automobilen von den vielen Rechnern (ca. 80 in den hochpreisigen Modellen) herrührt und die Informatik inzwischen ein Garant für die hohe Wertschöpfung in der Automobilindustrie ist? Auch wenn die Rechner unsichtbar geworden sind, darf die  Informatik sich nicht in die Rolle eines Zulieferers verbannen lassen. Sie muss vielmehr darauf drängen, mit ihren Kernkompetenzen in der Gesellschaft ebenso wie in der Industrie und an den Hochschulen prominent wahrnehmbar zu sein.

Um die Informatik vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen nicht weiter „unsichtbar“ werden zu lassen,  müssen wir in den Hochschulen wie in der betrieblichen Praxis darauf achten, die Standards unserer Informatikaus- und Weiterbildung hoch zu halten. Wir brauchen mehr junge Frauen und Männer, die Informatik und ihre Anwendungen studieren, wir brauchen Ingenieure mit ausgeprägten Kompetenzen in den technischen Aspekten der Informatik, und wir brauchen anwendungsorientierte Informatiker, die mit Zusatzkenntnissen in den Wirtschaftswissenschaften, den Rechtswissenschaften, der Psychologie und anderer Schwesterdisziplinen die  Probleme unserer neuen Gesellschaft, der „e-society“, lösen können. Die Wirtschaft ist auf diese Expertise angewiesen, wird allerdings ihre Wertschöpfung leicht in andere Länder verlagern, wenn wir diese Qualifikationen nicht bieten können. 

Die Gesellschaft für Informatik wird sich ihrer Verantwortung für diese gesellschaftlichen Prozesse auch weiterhin stellen. Sie wird auch weiterhin dazu beitragen, dass Informatik der Innovationstreiber unserer Technologienationen bleibt und als solcher auch in unserer Gesellschaft wahrgenommen und gefördert wird.

Was die Weiterentwicklung der GI selbst angeht, planen wir eine Initiative zur Gewinnung von neuen Mitgliedern – nicht nur bei Studienanfängern, sondern auch bei Informatikerinnen und Informatikern in Industrie und öffentlicher Verwaltung. Viele in der Praxis tätige Informatiker kennen die GI nicht einmal. Hier sind wir in der Pflicht, unsere Gesellschaft und ihre Dienstleistungen für Mitglieder klarer zu kommunizieren. Apropos Dienstleistungen: Neben unserer inzwischen recht aktiven Präsenz in mehreren sozialen Netzwerken planen wir demnächst eine Ausweitung des Online-Angebots an aktuellen Inhalten – Stichwort Zeitschriftenportal. All das mit dem Ziel, die öffentliche Sichtbarkeit der GI und damit der Informatik als Fachdisziplin in einer zentralen gesellschaftlichen Rolle nachhaltig zu verbessern. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen!

(Dezember 2011)

(Kolumne als PDF)

Freitag, 9. Dezember 2011

Oliver Günther neuer GI-Präsident

Prof. Oliver Günther, Ph.D. ist neuer Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Stefan Jähnichen an, der die GI in den vergangenen vier Jahren geleitet hat, und wird der GI in den kommenden beiden Jahren vorstehen.

"Ich danke den GI-Mitgliedern für ihr Vertrauen und freue mich darauf, die größte Informatikfachgesellschaft im deutschsprachigen Raum vertreten zu dürfen", sagte Günther. "Mein wesentliches Ziel als GI-Präsident ist es, die öffentliche Sichtbarkeit der GI und damit der Informatik als Fachdisziplin in einer zentralen gesellschaftlichen Rolle zu verbessern und dabei noch mehr Informatikerinnen und Informatiker – gerade auch aus der Praxis – für die GI zu begeistern", so Günther.

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Dipl.-Inform. Christof Leng von der TU Darmstadt, Prof. Dr. Peter Liggesmeyer, TU Kaiserslautern und Fraunhofer IESE sowie Dr. Simone Rehm von der Firma TRUMPF GmbH & Ko.KG.

Neu im GI-Präsidium sind Dr. Johannes Helbig, Deutsche Post AG, Prof. Dr. Dimitris Karagiannis von der Universität Wien und Dr. Marion Kremer von Capgemini.

Wir gratulieren allen Gewählten und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

 

Freitag, 2. Dezember 2011

Immer zur Adventszeit.....

...zünden wir in der Geschäftsstelle die Kerzen an und machen drei Mitgliedern eine Freude, indem wir die Hauptpreise unserer Aktion "Mitglieder werben Mitglieder" verlosen.

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wird Herr Profesor Sven Bertel aus Weimar das ARCHOS Internet Tablet 7.0 vorfinden, Professor Walter Hower aus Albstadt-Sigmaringen kann sich am Weihnachtsabend im Kreise der Familie besonders beliebt machen und die XBox 360 mit Kinect anschließen.

Frau Hacer Tepeci in Essen freut sich über ein Kombi-Jahresabo des Heise-Zeitschriften-Verlags mit den Titeln c't, IX und Technology Review.

Mehr zur Aktion "Mitglieder werben Mitglieder" finden Sie immer hier.

 

Freitag, 25. November 2011

GI und Cast verleihen Promotionspreis IT-Sicherheit 2011 an Xuebing Zhou

Bereits zum zweiten Mal wurde am 24. November 2011 in Darmstadt der Promotionspreis IT-Sicherheit verliehen. Dieser gemeinsam vom CAST e.V. und der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ausgeschriebene Preis würdigt hervorragende Dissertationen in der IT-Sicherheit. Gesucht waren Arbeiten, die einen Fortschritt für die IT-Sicherheit bedeuten und solche, die einen Zugewinn von Sicherheit in IT-Anwendungen ermöglichen. Aus den vorliegenden Einreichungen stellten drei Kandidaten in einem Fachvortrag ihre Arbeiten vor, die zuvor von der CAST/GI Jury aus allen Einreichungen ausgewählt worden waren. Anschließend wurde der Preisträger auf Basis seines Vortrags und der anschließenden Diskussion der anwesenden Fachexperten ausgewählt.Die Gewinnerin des diesjährigen Promotionspreises IT-Sicherheit ist Frau Dr. Xuebing Zhou (Fraunhofer IGD, CASED) mit ihrer Arbeit „Privacy and Security Assessment of Biometric Template Protection“. Dr. Zhou entwickelte in Ihrer Arbeit ein allgemeines Modell zur Evaluation und Bewertung unterschiedlicher Template Protection-Algorithmen aus der Biometrie. Somit ist es erstmals möglich, unterschiedliche Ansätze auf diesem Gebiet bezüglich Ihre Sicherheitseigenschaften vergleichend zu bewerten. Es wird angestrebt, ihre Ergebnisse als Grundlage für einen neuen Wettbewerb der NIST heranzuziehen, die sogenannte NIST BTP Competition. Mit dem Promotionspreis ist ein Preisgeld in Höhe von 4000,- Euro verbunden.

Freitag, 25. November 2011

18% mehr Erstsemester in der Informatik - Berufsaussichten weiterhin exzellent

Im Studienjahr 2011 (Sommer- und Wintersemester 2011) haben sich laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes 48.400 Studierende für den Studienbereich Informatik eingeschrieben. Dies entspricht einer Steigerung von 18 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Über alle Fächer verteilt nahmen 16 % mehr Erstsemester ein Studium auf als im Vorjahr.

"Wir freuen uns, dass die Informatik bei den Erstsemestern auf so großes Interesse stößt", sagte GI-Präsident Stefan Jähnichen. Insgesamt haben sich rund 9.000 Studierende mehr als im Vorjahr für ein Studienfach Informatik eingeschrieben. "Durch diesen Anstieg werden wir auch deutlich mehr Absolventinnen und Absolventen bekommen, die in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung dringend gebraucht werden. Denn nach wie vor ist der Bedarf an gut qualifizierten Informatikerinnen und Informatiketn sehr hoch."

„Wir hoffen, dass die Länder die Hochschulen bei der Bewältigung dieser überdurchschnittlichen Steigerung unterstützen werden. Für eine gute Lehre ist eine gute Betreuung Voraussetzung, und diese ist nur mit ausreichend Personal möglich“, so Jähnichen.

Donnerstag, 24. November 2011

155.419 Informatikbiber unterwegs!

Die Teilnahmedaten am Informatik-Biber 2011 sind nun offiziell:  155.419 Schülerinnen und Schüler aus 977 deutschen Schulen beteiligten sich an diesem größten Informatik-Wettbewerb, der in zahlreichen Ländern Europas stattfindet. Das sind über 30% mehr als im Vorjahr und damit ein erneuter Teilnahme-Rekord.  Die meisten Teilnehmenden stellte das Leibniz-Gymnasium aus Östringen bei Heidelberg:  Innerhalb der Biber-Woche (7.-11. November) bearbeiteten dort 1158 Mädchen und Jungen die Biber-Aufgaben im Online-System des Wettbewerbs. Insgesamt gelang es an über 100 Schulen den verantwortlichen Lehrkräften, mindestens 400 Jugendliche zur Teilnahme zu motivieren und Teilnahmemöglichkeit an den Schulcomputern zu organisieren.

Als Breitenwettbewerb verlangt der Informatik-Biber keine Vorkenntnisse und stellt grundlegende Informatik-Kompetenzen wie logisches und strukturelles Denken in den Vordergrund.  Hier sind auch Mädchen mit Begeisterung dabei:  Insgesamt waren 43% der Beteiligten weiblich; bei den Jüngeren (Klassenstufen 5 bis 8) liegt der Mädchenanteil nur knapp unter 50%.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Informatik-Biber kommen aus allen Bundesländern und aus deutschen Schulen in Polen, Italien und Japan.  Mit 43.136 Teilnahmen ist Bayern absolut am stärksten vertreten;  relativ zur Gesamtschülerzahl wurde in Mecklenburg-Vorpommern am meisten gebibert, knapp dahinter liegt Sachsen. Dies sind auch die drei Bundesländer, in denen das Fach Informatik mit einem Pflichtanteil unterrichtet wird.

Der Informatik-Biber wird von der Initiative BWINF ("Bundesweit Informatiknachwuchs fördern") veranstaltet.  Er ist die deutsche Beteiligung am internationalen "Bebras International Contest on Informatics and Computer Fluency", der 2004 in Litauen gestartet wurde.  In diesem Jahr waren weit über 300.000 Kinder und Jugendliche weltweit an Bebras-Wettbewerben in rund 20 Ländern beteiligt.

Träger von BWINF und damit auch des Informatik-Biber sind die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), der Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie und das Max-Planck-Institut für Informatik. Wie alle zentralen BWINF-Aktivitäten wird der Informatik-Biber vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.  Weitere BWINF-Projekte sind der Bundeswettbewerb Informatik, das Auswahlverfahren für das deutsche Team bei der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) und das Jugendportal einstieg-informatik.de.

Initiative BWINFInformatik-BiberBebras Contest

Donnerstag, 3. November 2011

DAAD bietet Postdoc-Stipendien am ICSI in Berkeley, USA und dem NII in Tokyo, Japan

Der DAAD bietet im Rahmen des FIT-Programms aus Mitteln des BMBF jungen promovierten deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus der Informatik und verwandten Gebieten einjährige Stipendien für Forschungsaufenthalte am International Computer Science Institute (ICSI) in Berkeley, USA sowie dem National Institute of Informatics (NII) In Tokyo, Japan an. Diese international renommierten Institute zeichnen sich durch ein breites Forschungsangebot, eine enge Vernetzung mit den benachbarten Hochschulen und eine erstklassige Betreuung aus.Ausführliche Informationen zu diesen Stipendien, zu Bewerbungsvoraussetzungen und die Bewerbungsunterlagen finden Sie im Internet hier oder bei Frau Dumjovic.

Unsere assoziierten Gesellschaften sind:

German Chapter of the Association for Computing Machinery (ACM)
Gesellschaft für Informatik in der Landwirtschaft
SI: Schweizer Informatik Gesellschaft