VDE/ITG/GI-Positionspapier Computer der Zukunft erfordern neue Chip-Generation

Die Computergeneration der Zukunft passt sich stark an die Belange des menschlichen Lebens und Zusammenlebens an. Sie adaptiert sich dynamisch an die jeweiligen Umgebungsbedürfnisse und wird sich selbst konfigurieren, selbst optimieren, selbst heilen und selbst schützen.

Zu diesem Ergebnis kommen die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG) und die Gesellschaft für Informatik (GI) in ihrem gemeinsamen Positionspapier "Der Organische Computer".

Pressekonferenz zum Thema Organic Computing, von links: Peter Börmann, Pressesprecher des VDE, Christian Müller-Schloer, Sprecher des FA ARCS, Hartmut Schmeck, Sprecher des FB Technische informatik


Die Wissenschaftler der beiden renommierten Gesellschaften haben Visionen zur Computer- und Systemarchitektur im Jahr 2010 entwickelt. Da die Computersysteme der Zukunft lebensähnlich aufgebaut sind, nennt man sie organisch. Als sicher gilt nach Einschätzung der Forscher, dass die Komplexität der Systeme weiter zunimmt, was ein neues, mehr am Menschen als an der Technik ausgerichtetes Nutzungsmuster erforderlich macht.

In ihrem Positionspapier beschreiben GI und ITG Anwendungsszenarien für organische Computer - etwa das Smart Warehouse, in dem in wenigen Jahren Regale, Vorratsbehälter, Waren, Einkaufswagen und elektronische Einkaufszettel miteinander kommunizieren und Kunden automatisch zu noch fehlenden Artikeln lenken.

Fachleute auf dem Forum, von links: Marius van der Meer (BMBF), Ernst W. Mayr (GI), Jörg Eberspächer (ITG), M. Thielges (ITG), Christian Müller Schloer (GI)

Ausführlich gehen die Autoren auch auf die Rechner- und Systemarchitekturen ein, die den organischen Computern zugrunde liegen, und geben Hinweise auf wichtige, zukünftige Forschungsgebiete. Es werden neue Chip-Generationen gebraucht, die zunächst noch elektronisch realisiert werden. Software wird sich aus äußerst fein strukturierten Komponenten zusammensetzen und eine Fülle von Spezialzwecksystemen hervorbringen. Die Benutzungsschnittstellen der Zukunft sind anpassbar und kontext-sensitiv gestaltet. Und da der organische Computer in großen Teilen drahtlos kommunizieren wird, kommt neuen Verteilungs- und Kommunikationsmechanismen große Bedeutung zu.

Forschung und Entwicklung im Bereich IT-Sicherheit konzentrieren sich auf die Abwehr von Bedrohungen sowie die Funktionssicherheit der Systeme. Darüber hinaus sind für den organischen Computer nach Einschätzung von GI und ITG Sicherheitskonzepte erforderlich, die zu einem vertrauenswürdigen Computer führen, der sich durch die Fähigkeit zum Selbstschutz auszeichnet.

GI/VDE/ITG-Forum zum Thema Organic Computing am 9. Juli 2003 in Müchen

 

10. Juli 2003, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147

 

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