Frauennetzwerke und Förderprojekte sollen Gleichberechtigung von Frauen gewährleisten

Die Expertinnengruppe "Frauenarbeit in der Informationsgesellschaft" im Forum Info2000 hat anläßlich eines Treffens mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im BMWi, Siegmar Mosdorf, Vorschläge zur Gleichberechtigung von Frauen in der Informationsgesellschaft unterbreitet. An dem Gespräch nahmen auch Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen sowie Vertreterinnen der Ministerien für Bildung und Forschung sowie Wirtschaft und Technologie teil.

 

Die Expertinnen zeigten sich einig, daß die Beteiligung von Frauen in der Informationsgesellschaft noch immer nicht ausreichend sei. Die Leiterin der Arbeitsgruppe Frauen, Prof. Gabriele Winker, betonte, am Projekt "Schulen ans Netz" würden in NRW lediglich 10% Lehrerinnen mitarbeiten.

 

"Da darf man sich nicht wundern, wenn daran auch nur wenige Schülerinnen beteiligt seien",

 

resümierte sie. Gerade dies sei aber Voraussetzung dafür, daß junge Frauen in Ausbildung und Beruf selbstbewußt mit den neuen IT-Technologien umgingen.

 

Zentrale Forderungen der AG Frauen umfaßten daher

  • einen Aktionsplan sowie weiterhin konkrete Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Informationsgesellschaft
  • verbindliche Gesetze, die die Förderung von Frauen festschreiben
  • finanzielle Unterstützung von Frauen-Internet-Cafes, Kooperationsprojekte zu IT-Berufen mit Wirtschaft, Medien, Expertinnen, Ministerien etc.
  • Durchführung von Frauensommerschulen wie der "Informatica feminale"
  • Programme zur Aus- und Weiterbildung von IT-Multiplikatorinnen
  • ein Netzwerk aller Beteiligten in Arbeitsverwaltung, Wirtschaft, Klein- und Mittelbetrieben
  • ein Frauenbranchenbuch-Online sowie
  • die Zusammenarbeit in der Innovationspartnerschaft zwischen Wirtschaft und Politik.

Die Vorschläge der Expertinnengruppe sollen in das Aktionsprogramm der Bundesregierung "Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts" einfließen. Nach dem Eindruck der Teilnehmerinnen aus der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), auf deren Initiative die Gründung der Expertinnengruppe zurückgeht, fand das Gespräch in einer sehr offenen und konstruktiven Atmosphäre statt.

 

Die GI-Vertreterinnen, Frau Prof. Winker und Frau Oechtering, hofften, daß bereits beim nächsten Treffen im September einige Vorschläge Eingang in das Aktionsprogramm der Bundesregierung finden werden.

 

 

15. Juli 1999, Jörg Maas

 

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