Datenschutz nicht vernachlässigen
Mit großer Sorge beobachtet die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) die Emotionalisierung der derzeit laufenden Diskussionen über Datenschutz, Datensicherheit und Datenspeicherung.
Grundsätzlich spricht sich die GI für einen vorsichtigen und bewussten Umgang mit persönlichen Daten und eine offene Diskussion über deren Verwendung aus. Dazu gehört unter anderem, dass Daten nur dort erhoben, gespeichert und verarbeitet werden, wo ein vertrauensvoller Umgang mit ihnen gewährleistet ist. Ist die Speicherung personenbezogener Daten notwendig, müssen die technischen Voraussetzungen der Speicherung und Verarbeitung von Fachleuten geprüft und die Prüfungsergebnisse transparent gemacht werden. Gibt es berechtigte Zweifel an technischen Voraussetzungen, müssen diese offen gelegt und mögliche Mängel behoben werden.
Die vielen aus angeblichen Sicherheitsgründen im Internet gespeicherten personenbezogenen Daten wie Verbindungsdaten aller Telefongespräche, E-Mail etc., die Überwachung aller Kraftfahrzeuge (nicht nur der Lastwagen) mithilfe der Maut, die Speicherung der Gesundheitsdaten aller Bürger sowie die Gendatenbanken stellen eine ernste Bedrohung für den Datenschutz aller Deutschen dar, die durch die Speicherung biometrischer Daten (also: Speicherung körperlicher Eigenschaften) im Reisepass ganz erheblich verschärft wird.
„Personenbezogene Daten sind viel zu sensibel, um den Umgang mit ihnen hinter verschlossenen Türen zu verstecken“, sagte GI-Präsident Matthias Jarke in Bonn. Um in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz und Vertrauen für die Informationstechnik zu schaffen, sei Transparenz und eine faire Diskussion über Vor- und Nachteile bestimmter Anwendungen absolut notwendig. Dazu gehöre auch eine sorgfältige Abwägung von Datenschutz- und Sicherheitsinteressen, so Jarke.
„Die berechtigte Angst breiter Bevölkerungskreise vor dem „gläsernen Bürger“ muss sehr ernst genommen werden und darf nicht mit Hinweisen auf alle möglichen Bedrohungsszenarien völlig außer Acht gelassen werden“, forderte Jarke.
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siehe auch:
- Gesellschaft für Informatik fordert erweiterte Risikoanalyse vor Einführung der neuen Gesundheitskarte (10.03.2005)
- Gesellschaft für Informatik kritisiert Vergabepraxis für Tickets zur Fußball-WM (02.02.2005)
- Sachverständige der Gesellschaft für Informatik warnen vor möglicher Überwachung der Bevölkerung durch RFID-Chips Bundesregierung muss Vertrauen in die neue Technik sicherstellen/Sachverständigenkommission einrichten (08.06.2004)
- Zuverlässigkeit biometrischer Systeme verbessern (10.09.2002)
22. April 2005, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147
Gesellschaft für Informatik e.V.
Ahrstr. 45
53175 Bonn
Tel 0228/302-145 (Geschäftsstelle)
Fax 0228/302-167
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