»Green Cards« alleine beseitigen nicht den Fachkräftemangel bei IT-Spezialisten

Als „wichtigen Schritt" hat die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) die Ankündigung von Bundeskanzler Schröder bezeichnet, ausländische IT-Spezialisten ins Land zu lassen. Diese Aktion sei geeignet, die derzeit katastrophale Lage auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte kurzfristig zu entspannen. Benötigt würden hauptsächlich akademisch ausgebildete Informatiker/innen und Ingenieur/innen.
GI-Präsident Prof. Dr. Dr.h.c. Heinrich C. Mayr schränkte allerdings ein, dass diese Maßnahme nicht dazu beitragen werde, die strukturellen Probleme der deutschen IT-Industrie zu lösen. Politik und Wirtschaft hätten es in den achtziger und neunziger Jahren versäumt, das Potential an qualifizierten jungen Menschen systematisch zu erschließen. Heute leide die Wirtschaft unter anderem darunter, dass ca. 70% der Bewerber für Informatik-Studiengänge an Fachhochschulen abgewiesen werden müssten und dem Arbeitsmarkt damit künftig nicht zur Verfügung stünden.
Mayr sprach sich für die breite Qualifizierung deutscher Arbeitnehmer aus und forderte Politik und Wirtschaft auf, vorausschauender als bisher zu planen:
„Der Hochschulausbau in der Informatik sowie die Ausbildung der Betriebe über den eigenen Bedarf hinaus haben oberste Priorität. Anders werden wir die zur Zeit 75.000 offenen Stellen bei den IT-Spezialisten in den nächsten Jahren nicht besetzen können."

 

 

25. Februar 2000, Jörg Maas

 

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