Thema Scheinselbständigkeit ist für den IT-Bereich noch nicht vom Tisch

Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat bei einem Besuch von Gerd Andres, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, die Bedenken der IT-Selbständigen zum Thema Scheinselbständigkeit vorgetragen.
Ulrich Bode, Sprecher des Beirates der Selbständigen in der GI, brachte es auf den Punkt:
"Auch unzweifelhaft Selbständige sind betroffen, weil die Arbeitgeber pauschal keine freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr beauftragen oder zumindest einen Selbständigen-Nachweis verlangen."
Das bringe vor allen Dingen diejenigen Unternehmen in eine schwierige Situation, die noch Experten zur internen Behebung des Jahr 2000-Problems suchten. Die Personaldecke bei kundigen IT-Fachleuten sei ohnehin eng genug.
Staatssekretär Andres sicherte der GI zu, über den IT- und Medienbereich noch einmal nachzudenken, sobald sich "der Pulverdampf verzogen hat". Er wolle mit den Verbänden im Gespräch bleiben und hob hervor, daß die Regierung Selbständigkeit fördern, aber zugleich der Scheinselbständigkeit aktiv den Kampf ansagen wolle. Ulrich Bode dazu:
"Die Arbeitsformen verändern sich ständig. Selbständigkeit ist auf Dauer angelegt mit allen Konsequenzen. Da kann man nicht von Vertrag zu Vertrag neu überlegen, ob man angestellt oder selbständig ist."
Den Selbständigen sei es lieber, so Bode weiter, wenn sie eine soziale Absicherung nachweisen müßten, damit die Sache aber "vom Tisch sei".
Der Bundesverband InformationsTechnologien (BVIT e.V) und die Gesellschaft für Informatik (GI) werden darüber auch mit Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin konferieren.

 

 

13. Mai 2001, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147

 

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