Signaturbündnis: Bundesregierung unterläuft einheitliche digitale Signatur

Das von der Bundesregierung heute vorgelegte Signaturbündnis ist ein Schritt in die richtige Richtung, zeigt aber in Bezug auf die Sicherheit und Verbreitung der elektronischen Signatur deutliche Schwächen. Zu dieser Einschätzung kommt Prof. Dr. Dr.h.c. Heinrich C. Mayr, Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI).

 

"Sicherheit und Einheitlichkeit sind die wesentlichen Voraussetzungen für eine breite Akzeptanz und Nutzung der elektronischen Signatur. Nur dann erreicht sie die wirtschaftliche Rentabilität", sagte Mayr. Erst wenn es analog zur handschriftlichen Unterschrift ein einheitliches Signaturverfahren für alle relevanten Geschäftsprozesse gebe, könne sich die elektronische Signatur in der Bevölkerung durchsetzen. Das Signaturbündnis trage aber nichts zu einer Vereinheitlichung der derzeitigen Verfahren zur elektronischen Signatur bei.

 

Mayr: "Auch die Bundesregierung fördert und nutzt bisher unterschiedliche Signaturen für verschiedene Geschäftsprozesse und unterläuft damit die Vereinheitlichung."

 

Deshalb fordert die Gesellschaft für Informatik in einem gemeinsam mit anderen Expertengremien erarbeiteten Memorandum die Bundesregierung auf, in einer konzertierten Aktion zum elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehr klar Position zu beziehen und als Vorbild zu wirken. Sie soll deshalb entsprechend dem Signaturgesetz eine einheitliche "qualifizierte elektronische Signatur mit Anbieter-Akkreditierung" fördern.

 

Volltext des Memorandums zum Ansehen und Herunterladen

(PDF-Format, 220 KB)

 

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05.09.2002, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147

 

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