Ohne Informatik geht im Auto nichts mehr

Ein zentrales Thema der Jahrestagung INFORMATIK 2003 der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in Frankfurt ist der Anwendungsbereich Automobil: Software und Elektronik sind die wichtigsten Innovationsfaktoren in der Automobilindustrie.

 

Sie steuern sowohl das Bordnetz als auch Fahrwerk und Antrieb. Sie übernehmen nicht nur das Motormanagement, sondern auch Sicherheitsaufgaben und sorgen für mehr Komfort beim Fahren. Dazu kommen Navigations- und Telematiksysteme als Teile des neuen Infotainment im Auto.

 

Laut aktuellen Marktforschungen wird der Wertschöpfungsanteil der Elektronik am Fahrzeug in den nächsten 15 Jahren von derzeit 20 auf 40 Prozent wachsen, der Anteil von Automobilsoftware soll sich sogar von rund 25 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 100 Milliarden Euro im Jahr 2010 vervierfachen.

 

Dr. Ulrich Weinmann, Geschäftsführer der BMW Car IT GmbH, weiß:

"Über 50 Prozent der Entwicklungskosten eines Steuergerätes entfallen auf die Software, deren Umfang sich alle zwei bis drei Jahre verdoppelt."

 

Der Aufbau von Software-Know-how sei deshalb für Automobilhersteller "ein strategisches Investment". Dabei gelten hier besonders hohe Qualitätsanforderungen. Weinmann: "Besondere Anforderungen betreffen etwa das Aufstartverhalten, die Echtzeitfähigkeit, die Verfügbarkeit und den Ressourcenverbrauch von softwarebasierten Fahrzeugfunktionen."

 

Informatik und Infomationstechnik erhöhen die Sicherheit im Auto nachweislich, weil sie den Fahrenden in Krisensituationen entlasten. Dies führt zu geringeren Unfallopferzahlen trotz steigenden Verkehrsaufkommens. Andererseits verursachen Elektronik und Mängel in der Steuer-Software zunehmend Pannen, nämlich mit einer Steigerungsrate von 23% gegenüber nur 3% Zunahme bei anderen Störungen. Software-Funktionen werden teilweise mangelhaft definiert, häufige Funktionsänderungen führen ebenfalls zu Fehlern.

 

Auch Kommunikationsfehler zwischen den Steuergeräten verursachen Probleme.

 

"Hier ist ganz besonders die Informatik herausgefordert. Der Entwicklungsprozess für Software ist methodisch aufwändiger als in der Mechanik, insbesondere brauchen wir zur Qualitätsverbesserung einen herstellerübergreifender Standardisierungsprozess",

 

sagte GI-Präsident Prof. Dr. Dr.h.c. Heinrich C. Mayr. Eine Qualitätsoffensive komme nicht nur der Automobilindustrie, sondern der gesamten Informationstechnologiebranche zu Gute.

 

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