Forschungsinitiative Internet- und Softwaretechnik des BMBF: Grundlagenforschung an den Hochschulen nicht vernachlässigen!

Bonn, 7. August 2001 Als "richtigen aber unzureichenden Schritt" hat der Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Prof. Dr. Dr.h.c. Heinrich C. Mayr, die vom Forschungsministerium in Berlin vorgestellte Forschungsinitiative für Internet- und Softwaretechnik bezeichnet.
Das BMBF hatte Mitte Juli 123 Millionen DM aus UMTS-Mitteln an 39 Kooperationsprojekte zur Unterstützung der Fusion von GMD und Fraunhofergesellschaft im Bereich Internet- und Softwaretechnik vergeben.
"Natürlich begrüßen wir, dass Internet- und Softwaretechnik gefördert werden und dass die umstrittene Eingliederung der GMD in die Fraunhofergesellschaft damit erleichtert wird. Allerdings darf dies nicht alles sein. Zunehmend müssen die Hochschulen die Aufgabe der Grundlagenforschung übernehmen. Die hierzu im Rahmen der Initiative IT 2006 diskutierten Programme scheinen aber nur halbherzig vorangetrieben zu werden.", kritisierte Mayr.
"Außerdem wäre es nachgerade lächerlich, wenn nur ein Prozent der UMTS-Mittel zurück in die Informatik fließen würden."
"Die universitäre Forschung ist der Stützpfeiler der Grundlagenforschung in Deutschland", erläuterte Mayr.
"Für die Informatik gilt dies durch die faktische Auflösung der GMD ganz besonders, denn in den außeruniversitären Institutionen wird hauptsächlich die gleichermaßen wichtige Auftrags- und Anwendungsforschung betrieben."
Die Bedeutung der Grundlagenforschung werde in Deutschland aber leider noch immer unterschätzt.
"Die USA haben die Notwendigkeit einer breit angelegten Grundlagenforschung bereits Anfang 1999 erkannt und im sogenannten PITAC (President´s Information Technology Advisory Committee)-Report festgeschrieben", so Mayr. Diese habe zu einer massiven Steigerung des Etats für Grundlagenforschung in wichtigen Informatikfeldern, insbesondere der Softwaretechnik, geführt.
"Ohne vergleichbare Anstrengungen wird Deutschland die von Ministerin Bulmahn abgestrebte Spitzenstellung im internationalen Wettbewerb nicht erlangen können. Deshalb bedarf es neben der Intensivierung außeruniversitärer, anwendungsnaher Forschung einer massiven Unterstützung grundlagenorientierter Informatik-Forschung an den Hochschulen", mahnte Mayr. Dafür gebe es an den Hochschulen ein immenses Potenzial. Dies könne jedoch derzeit aufgrund der unzureichenden und halbherzigen Kooperation von Bundes- und Landespolitik zur Beseitigung der durch die hohen Studierendenzahlen entstandenen Engpässe nicht angemessen genutzt werden.

 

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7. August 2001, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147

 

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