Karl Hantzschmann

Meine GI-Mitgliedsnummer lautet 19951, was für einen Informatiker mit Geburtsjahrgang 1939 eine ungewöhnlich hohe Zahl ist. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass ich an der Universität Rostock tätig war und so erst mit der historischen Wende die Möglichkeit bekam, Mitglied der GI zu werden.

Mitglied der GI zu werden bzw. zu sein, war und ist für mich als ein in Lehre und Forschung an einer universitären Informatik-Einrichtung tätiger Hochschullehrer eine Selbstverständlichkeit. Damit fühle ich mich dem großen in der GI mitwirkenden Kreis von Informatikern zugehörig, habe Anteil an den aktuell diskutierten Problemen, profitiere von dem geförderten Erfahrungsaustausch mit Fachkollegen, ziehe für meine berufliche Tätigkeit großen Nutzen aus den vielfältigen von den Fachgruppen organisierten wissenschaftlichen Veranstaltungen. Nicht zuletzt möchte ich auch das Angebot an wissenschaftlichen Publikationen nicht mehr missen.

Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, mich aktiv in die Arbeit der GI einzubringen. Über viele Wahlperioden hinweg war ich als Vertreter der GI in der Leitung der gemeinsam mit GAMM und DMV organisierten Fachgruppe Computeralgebra tätig. Für 2 Wahlperioden wurde mir das Vertrauen ausgesprochen, als Vizepräsident dem Vorstand der GI anzugehören und so engagiert an der Erfüllung der vielfältigen GI-Aufgaben mitwirken zu können. Über viele Jahre war ich Mitglied der Herausgebergremien der GI-Zeitschriften „Informatik-Spektrum“ und „Informatik – Forschung und Entwicklung“.

Nach meinem Mathematikstudium in der Fachrichtung „Maschinelle Rechentechnik“, der Promotion und der Habilitation an der TU Dresden wurde ich 1984 an die Universität Rostock in die neu gegründete damalige Sektion Informatik berufen. Nach der Wende oblag mir die Verantwortung für den strukturellen, inhaltlichen und personellen Neuaufbau der Rostocker Informatik. Bis zu meinem Ausscheiden aus der Universität war ich Inhaber des Lehrstuhles „Algorithmen und Theorie der Programmierung“, zuletzt als Prorektor in die Leitung der Universität eingebunden.

Auch nach meinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufleben fühle ich mich natürlich auch weiterhin der Arbeit in der GI verpflichtet. Aus meiner Sicht stehen vor der Informatik neben vielen anderen Herausforderungen vor allem drei Problemkreise im Vordergrund:

  • Stellung und Wahrnehmung der Informatik als Grundlage jeglicher technologischer Entwicklung,
  • Vermeidung bzw. Überwindung der Trennung unserer Gesellschaft in IT-Kundige und Unkundige,
  • IT-Sicherheit.

Ich kann nur jedem jungen Informatiker empfehlen, Mitglied der GI zu werden und so aktiv an der Meisterung dieser Herausforderungen mitwirken zu können.

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